Artikelnummer: 978-3-11-138711-6
Einband: Fester Einband
Verfügbarkeit: Noch nicht erschienen, September 2027
Wie haben sich Wirtschaft und Gesellschaft in einer Region entwickelt, die in den letzten beiden Jahrhunderten durch mehrfache Grenzveränderungen sowie durch Kriege bis in die jüngste Zeit geprägt war? In welcher Verbindung steht dabei der Wandel in der Region mit übergeordneten Prozessen, wie Globalisierung? Und welche Unterschiede lassen sich zwischen den einzelnen Räumen in der Region Südosteuropa beobachten und wie erklären?
Diese Leitfragen behandelt der vierte Band des Handbuchs zur Geschichte Südosteuropas. Der Wandel von Wirtschaft und Gesellschaft wird dabei für unterschiedlich Bereiche und mit Beachtung lokaler Spezifika auf der Basis des aktuellen Forschungsstandes dargestellt. Es geht um zentrale Bereiche gesellschaftlicher Reproduktion und ihrer Transformation. Ein thematischer Block konzentriert sich auf die ökonomischen Ressourcen und ihre Nutzung, inklusive der dafür nötigen Infrastruktur; hier wird die Transformation von Agrar- in Industriegesellschaften nachgezeichnet. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Analyse der Auswirkungen dieses fundamentalen ökonomischen Wandels auf die gesellschaftlichen Strukturen, etwa in Hinblick auf Geschlechterverhältnisse, Urbanisierung und soziale Stratifikation. Der Band diskutiert somit den Weg Südosteuropas in die Moderne -- ein Weg, der in manchen Aspekten dem anderer europäischer Regionen vergleichbar ist, in anderen sich aber stark von ihnen unterscheidet. Somit plädiert der Band für ein vielfältiges, räumlich differenziertes Verständnis von Moderne. Schließlich schlägt die Diskussion von Themen wie Migration, Globalisierung und Kommunikation eine Brücke zwischen Geschichte und aktuellen Herausforderungen.
Der Band "Wirtschaft und Gesellschaft seit circa 1800" bietet eine in Umfang und Tiefe der Informationen aber auch Originalität der Deutungen einmalige Ressource für alle jene, die sich über den gesellschaftlichen Wandel der Region informieren wollen. Er liefert eine fundierte Basis für Vergleiche und präsentiert Südosteuropa als paradigmatische Transformationsregion.