Willehalm. Mittelhochdeutsch/Neuhochdeutsch

Wolfram von Eschenbach - Deutsch-Lektüre, Deutsche Klassiker der Literatur - 19462
Artikelnummer: 978-3-15-019462-1
Einband: Kartonierter Einband (Kt)
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Krieg ist mort, ein Gemetzel, ein Meer von Leiden, auf allen Seiten. Das ist der bemerkenswerte Kerngedanke des Willehalm. Das Versepos über den Verteidigungskampf des Markgrafen der Provence, Willehalm, gegen Terramer, den Herrscher über die islamische Welt, bietet ein ungewöhnliches Zeugnis der Humanität über Religionsgrenzen hinweg aus einer Zeit, die noch ganz im Bann der Kreuzzugsideologie steht.
Die Neuübersetzung Horst Brunners legt besonderen Wert auf gute Lesbarkeit in heutiger Prosa und eröffnet zugleich einen zuverlässigen Zugang zum originalen Wortlaut. Ein ausführlicher Stellenkommentar erläutert alle Details, das Nachwort bettet das Epos in seinen (literatur-)historischen Kontext ein.

Krieg ist mort, ein Gemetzel, ein Meer von Leiden, auf allen Seiten. Das ist der bemerkenswerte Kerngedanke des Willehalm. Das Versepos über den Verteidigungskampf des Markgrafen der Provence, Willehalm, gegen Terramer, den Herrscher über die islamische Welt, bietet ein ungewöhnliches Zeugnis der Humanität über Religionsgrenzen hinweg aus einer Zeit, die noch ganz im Bann der Kreuzzugsideologie steht.
Die Neuübersetzung Horst Brunners legt besonderen Wert auf gute Lesbarkeit in heutiger Prosa und eröffnet zugleich einen zuverlässigen Zugang zum originalen Wortlaut. Ein ausführlicher Stellenkommentar erläutert alle Details, das Nachwort bettet das Epos in seinen (literatur-)historischen Kontext ein.

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VerlagReclam
EinbandKartonierter Einband (Kt)
Erscheinungsjahr2018
Seitenangabe925 S.
AusgabekennzeichenDeutsch / Mittelhochdeutsch (ca. 1050-1500)
AbbildungenKART
MasseH14.8 cm x B9.6 cm x D4.0 cm 450 g
ReiheReclams Universal-Bibliothek
AutorEschenbach, Wolfram von / Brunner, Horst (Übers.) / Brunner, Horst (Hrsg.)

Alle Bände der Reihe "Reclams Universal-Bibliothek (RUB)"

Über den Autor Wolfram von Eschenbach

Wolfram von Eschenbach, um 1200. Der Epiker und Lyriker bezeichnet sich selbst als Ritter, die Herkunft aus Eschenbach (heute Wolframs-Eschenbach) südöstlich von Ansbach in Franken gilt als wahrscheinlich. In seinen Werken nimmt er u. a. Bezug auf die Herren von Dürne (Sitz: Burg Wildenberg bei Amorbach), auf die Grafen von Wertheim und v. a. Landgraf Hermann I. v. Thüringen, die zu seinen Mäzenen gehörten. W. war in erster Linie Epiker, wenn ihn auch seine Tagelieder als Lyriker von Rang ausweisen. Von seinen drei epischen Dichtungen wurde nur die erste, Parzival, vollendet. Dieser Versroman (24 810 Reimpaarverse) entstand etwa zwischen 1200 und 1210 und wurde zum ein¿ussreichsten Roman des dt. Mittelalters. Hauptquelle ist Chrétiens de Troyes unvollendetes Spätwerk Le conte du Graal oder Perceval. Erweiterungen - u. a. Vorgeschichte - und Modi¿kationen der Handlung, dazu ein charakteristisches Ge¿echt von räumlichen, zeitlichen und verwandtschaftlichen Beziehungen sowie Erzählerkommentare und poetologische Re¿exionen geben dem Parzival jedoch einen eigenen Charakter. Es handelt sich um einen Doppelroman, d. h. W. modi¿ziert das Strukturschema des Artusromans durch die Kontrastierung zweier Helden¿guren und damit von hö¿schem Artusrittertum und religiösem Gralsrittertum. Eingerahmt werden die beiden Abenteuerfolgen um Parzival und Gawan durch die den Orient einbeziehende Geschichte von Parzivals Vater Gahmuret (Buch 1-2), die W. am Schluss (Buch 15-16) mit der Einführung von Parzivals Halbbruder Feire¿z wieder aufnimmt bzw. fortführt. W.s zweites Epos, Willehalm (um 1210-20), ist eine Adaption des frz. Heldenepos (Chanson de geste) La Bataille d'Aliscans (um 1180) im Auftrag Hermanns v. Thüringen, der auch die Vorlage beschaffte. Das Werk bricht nach knapp 14 000 Reimpaarversen unvollendet ab. Im Mittelpunkt stehen Willehalm, Markgraf von Orange, und seine Frau Gyburg, eine getaufte Heidin, die von einem riesigen heidnischen Heer bedroht werden, das sich an Willehalm rächen und Gyburg, eine Königstochter, zurückholen soll. Die Kreuzzugsideologie wird durch die Problematisierung des christlich-heidnischen Gegensatzes, durch die von Gyburg in der so genannten Toleranzrede angesprochene gemeinsame Gotteskindschaft und durch die über die Religionszugehörigkeit hinwegreichenden verwandtschaftlichen Beziehungen in Frage gestellt. Von W.s drittem Epos, nach dem ersten Eigennamen im Text Titurel genannt, sind nur zwei Fragmente von 131 bzw. 39 Strophen (bestehend aus vier Langzeilen) erhalten. Personen und Inhalt setzen den Parzival voraus, stilistisch steht der Titurel dem Willehalm näher. Gegenstand der Dichtung ist die Geschichte der Liebe zwischen Sigune und Schionatulander, aus deren tragischem Verlauf - das Ende ist aus dem Parzival bekannt - zwei Episoden erzählt werden. Die beiden Fragmente und die Andeutungen im Parzival bilden die Grundlage des weit ausholenden und erfolgreichen Jüngeren Titurel (um 1260-75) eines gewissen Albrecht, der unter der Maske W.s dichtete. In: Reclams Lexikon der deutschsprachigen Autoren. Von Volker Meid. 2., aktual. und erw. Aufl. Stuttgart: Reclam, 2006. (.) - © 2001, 2006 Philipp Reclam jun. GmbH & Co., Stuttgart.

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