Von der Lüge

Artikelnummer: 978-3-7873-2863-5
Einband: Kartonierter Einband (Kt)
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CHF 21.50
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»Lügen ist die Muttersprache unserer Vernunft und Witzes«, heißt es in einem Brief Hamanns an Kant. Die Lüge ist nicht das ganz Andere, gar Unbegreifliche gegenüber der Wahrheit, sondern mit dieser untrennbar verbunden: Sie ist keine Aussage, die mit den Wahrheitswerten >wahr< oder >falsch< belegt werden kann, sondern ein kommunikativer, produktiver Akt, der mit der Absicht zu täuschen unternommen wird und damit eine neue emotive wie kognitive Wirklichkeit zu schaffen beabsichtigt. Vladimir Jankélévitch lenkt in Von der Lüge den Blick auf die innere mentale Verfasstheit dessen, der sich zur Lüge >entschließt<, und versucht, der >Subjektseite< der Lüge auf die Spur zu kommen. Unser Bewusstsein will das Polymorphe, das Missverständliche, das Uneingestehbare handhaben und erfindet etwas Glaubhaftes, Zweckmäßiges. Die Lüge ist »die List der Schwachen«, rettende Idee in Notwehrsituationen und gleichzeitig doch »innere Flucht, das Verlassen des Postens, das Opium der geringsten Anstrengung«. Es gibt nach Jankélévitch nur zwei Wege, mit der Lüge umzugehen: die unerwartete, schmerzhafte Aufrichtigkeit und das Verschmelzen der Lüge mit der Wahrheit bis zur Ununterscheidbarkeit. Einen Ausweg aus der Verstrickung des Lügners mit dem Belogenen hingegen weist nur die Ironie: Denn diese führe, als »bonne conductrice«, den Geist, unser Bewusstsein, zur Innerlichkeit, während die Lüge ihn ins Äußerliche ziehe. Jankélévitchs Überlegungen zur Lüge sind charakteristisch für seinen philosophischen Ansatz, der, obgleich in der Tradition Bergsons und Simmels stehend, doch eine ganz eigene Art von Lebensphilosophie darstellt.

»Lügen ist die Muttersprache unserer Vernunft und Witzes«, heißt es in einem Brief Hamanns an Kant. Die Lüge ist nicht das ganz Andere, gar Unbegreifliche gegenüber der Wahrheit, sondern mit dieser untrennbar verbunden: Sie ist keine Aussage, die mit den Wahrheitswerten >wahr< oder >falsch< belegt werden kann, sondern ein kommunikativer, produktiver Akt, der mit der Absicht zu täuschen unternommen wird und damit eine neue emotive wie kognitive Wirklichkeit zu schaffen beabsichtigt. Vladimir Jankélévitch lenkt in Von der Lüge den Blick auf die innere mentale Verfasstheit dessen, der sich zur Lüge >entschließt<, und versucht, der >Subjektseite< der Lüge auf die Spur zu kommen. Unser Bewusstsein will das Polymorphe, das Missverständliche, das Uneingestehbare handhaben und erfindet etwas Glaubhaftes, Zweckmäßiges. Die Lüge ist »die List der Schwachen«, rettende Idee in Notwehrsituationen und gleichzeitig doch »innere Flucht, das Verlassen des Postens, das Opium der geringsten Anstrengung«. Es gibt nach Jankélévitch nur zwei Wege, mit der Lüge umzugehen: die unerwartete, schmerzhafte Aufrichtigkeit und das Verschmelzen der Lüge mit der Wahrheit bis zur Ununterscheidbarkeit. Einen Ausweg aus der Verstrickung des Lügners mit dem Belogenen hingegen weist nur die Ironie: Denn diese führe, als »bonne conductrice«, den Geist, unser Bewusstsein, zur Innerlichkeit, während die Lüge ihn ins Äußerliche ziehe. Jankélévitchs Überlegungen zur Lüge sind charakteristisch für seinen philosophischen Ansatz, der, obgleich in der Tradition Bergsons und Simmels stehend, doch eine ganz eigene Art von Lebensphilosophie darstellt.

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Verlag Meiner Felix Verlag GmbH
Einband Kartonierter Einband (Kt)
Erscheinungsjahr 2016
Seitenangabe 161 S.
Ausgabekennzeichen Deutsch
Masse H19.0 cm x B12.3 cm x D1.5 cm 184 g
Autor Jankélévitch, Vladimir / Dietzsch, Steffen (Hrsg.) / Dornhof, Sarah (Übers.) / Wroblewsky, Vincent von (Übers.)

Über den Autor Vladimir Jankélévitch

Vladimir Jankélévitch (1903-1985), fue un filósofo y musicólogo francés. Estudió filosofía en la Escuela Normal Superior, donde tuvo a Bergson como profesor. Enseñó en el Instituto Francés de Praga y ejerció de profesor universitario en Toulouse y Lille hasta la instauración del gobierno de Vichy.En 1941 se unió a la Resistencia francesa en Toulouse. Tras la guerra, y desde 1951 hasta 1978, ocupó la cátedra de Filosofía moral en la Sorbonne. Fue, además, un gran pianista y musicólogo, admirador de la obra de Frederic Mompou, que divulgó en Francia. Entre algunas de sus obras destacan Henri Bergson (1931), Le Je-ne-sais-quoi et le presque-rien (1957) y Le paradoxe de la morale. Miquel Seguró Mendlewicz (1979) es doctor con mención europea en Filosofía y licenciado en Humanidades. Ha realizado diversas estancias de investigación en universidades europeas. Es profesor de Filosofía, director de la colección Pensamiento Herder y hasta 2025 director de la revista Argumenta Philosophica.Ha publicado cinco monografías y coordinado tres obras colectivas. Su último libro es La seducción del encanto (2025). Ha tenido secciones de filosofía en radio y televisión, y colabora habitualmente con diferentes medios de comunicación.

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