Das polnische Exil und die amerikanische Osteuropaforschung, 1939-1989
Artikelnummer: 978-3-525-30388-7
Einband: Fester Einband
Verfügbarkeit: Noch nicht erschienen, April 2027
Die Osteuropaforschung erlebte in den USA im Kalten Krieg einen rasanten Aufschwung. Da es anfangs nur wenig einheimische Expertise gab, stellten Emigrant:innen aus der Region eine wichtige Ressource dar. Viele emigrierte Forscher:innen beschränkten sich jedoch nicht auf eine Rolle als Wissenslieferanten für die amerikanische Politik, sondern verfolgten eine eigene Agenda. Polnische Emigrant:innen hatten schon während des Zweiten Weltkriegs Institutionen und Netzwerke geschaffen, um eigenen Narrativen und Konzepten in der westlichen Fachöffentlichkeit zu Deutungsmacht zu verhelfen. Auf Grundlage umfassender Archivrecherchen rekonstruiert Kai Johann Willms' Studie erstmals systematisch ihre Versuche, prägenden Einfluss auf Diskurse der amerikanischen Osteuropaforschung zu nehmen und bietet Erklärungen für Erfolg oder Scheitern dieser Versuche. Die Studie beleuchtet den gegenseitigen Wissenstransfer, der sich in diesem Kontext vollzog: Inwiefern gelang es emigrierten Wissenschaftler:innen, das amerikanische Osteuropabild mitzugestalten? Welche Ideen ihrer neuen Umgebung eigneten sie sich im Zuge ihrer Integration an? Und was lässt sich aus der Geschichte dieses Wissenstransfers über die Standpunktabhängigkeit von Osteuropaforschung lernen?