Staatsmacht und Staatskredit (eBook)

Kulturelle Tradition und politische Moderne
Artikelnummer: 978-3-8253-7701-4
Einband: PDF
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Die Macht des modernen europäischen Staates beruht weitgehend auf der Fähigkeit, sich durch Kreditaufnahme zu finanzieren. Die großen Reiche anderer Erdteile kannten nichts dergleichen. Sie konnten Kriege aus ihren Einnahmen bezahlen, weil sie reicher waren als Europas Länder und unbeschränkten Zugriff auf die Ressourcen ihrer Untertanen hatten, die in Europa von dessen besonderer Rechtskultur geschützt waren. Seit dem Mittelalter wussten Europas Machthaber anlässlich ihrer Kriege aber diese Benachteiligung allmählich in den Vorteil des rechtlich geschützten und staatlich garantierten öffentlichen Kredits zu verwandeln, der im England des 18. Jahrhunderts nach spektakulären Krisen seine Vollendung erreichte. Europas Staaten übernahmen das System, außereuropäische Ländern mussten im 19. Jahrhundert aus historischen Gründen an der Übernahme scheitern. Reste ihrer andersartigen Rechtskultur sind noch heute in China vorhanden.

Die Macht des modernen europäischen Staates beruht weitgehend auf der Fähigkeit, sich durch Kreditaufnahme zu finanzieren. Die großen Reiche anderer Erdteile kannten nichts dergleichen. Sie konnten Kriege aus ihren Einnahmen bezahlen, weil sie reicher waren als Europas Länder und unbeschränkten Zugriff auf die Ressourcen ihrer Untertanen hatten, die in Europa von dessen besonderer Rechtskultur geschützt waren. Seit dem Mittelalter wussten Europas Machthaber anlässlich ihrer Kriege aber diese Benachteiligung allmählich in den Vorteil des rechtlich geschützten und staatlich garantierten öffentlichen Kredits zu verwandeln, der im England des 18. Jahrhunderts nach spektakulären Krisen seine Vollendung erreichte. Europas Staaten übernahmen das System, außereuropäische Ländern mussten im 19. Jahrhundert aus historischen Gründen an der Übernahme scheitern. Reste ihrer andersartigen Rechtskultur sind noch heute in China vorhanden.

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VerlagUniversitätsverlag Winter
EinbandPDF
Erscheinungsjahr2017
Seitenangabe69 S.
AusgabekennzeichenDeutsch
PlattformPDF
ReiheSchriften der Philosophisch-historischen Klasse der Heidelberger Akademie der Wissenschaften
AutorReinhard, Wolfgang

Alle Bände der Reihe "Schriften der Philosophisch-historischen Klasse der Heidelberger Akademie der Wissenschaften"

Über den Autor Wolfgang Reinhard

Dr. Wolfgang Reinhard ist Prof. em. für neuere Geschichte der Universität Freiburg. Vorher lehrte er an der Universität Augsburg und der Emory University (Atlanta, USA), im Ruhestand am Max-Weber-Kolleg in Erfurt neuere und außereuropäische Geschichte. Seine umfangreiche "Geschichte der europäischen Expansion" wurde sogar ins Chinesische übersetzt. Er erhielt den Preis des Historischen Kollegs, das Ehrendoktorat der Universität Konstanz und den Dimitris-Tsatsos-Preis. Er ist Mitglied der Heidelberger Akademie der Wissenschaften und der British Academy.

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