Problematische Popularität

Die Verteilung von Beachtung als Konfliktdimension
Artikelnummer: 978-3-662-73967-9
Einband: Kartonierter Einband (Kt)
Verfügbarkeit: Noch nicht erschienen, November 2026
CHF 77.00
decrease increase

Populär ist, was bei vielen Beachtung findet. Dass es viele sind, die eine Position vertreten, eine Partei favorisieren oder eine Meinung ins Spiel bringen, macht für die Anschlusskommunikation einen Unterschied. Auf die Substanz, die Qualität, den Sachgehalt der Argumente, Programme oder Personen kommt es bei der Legitimation durch Popularität weniger an als darauf, dass erfolgreich unterstellt werden kann, die Argumente, Programme oder Personen seien populär. Was viele beachten, habe dann Beachtung verdient, lautet eine Variante der Rechtfertigung dafür, dass auch hochproblematische, polarisierende, polemische und populistische Positionen verbreitet und zur Kenntnis genommen werden. 
So genügt es etwa in Diskussionen um den politischen Populismus nicht, dessen programmatische Elemente zu bestimmen. Vielmehr sind auch die Popularität der Programme und Personen zu berücksichtigen und – umgekehrt – die Effekte der Popularität auf die weitere Entfaltung bzw. Entwicklung dieser Programme und Personen. Problematisch erscheint die Popularität für die publizistische, akademische oder politische Beobachtung, weil es diskursiv schwerfällt, die Nicht-Beachtung von Positionen zu fordern, die empirisch bereits von vielen beachtet werden. Die Rechtfertigung, populäre Positionen nicht zu beachten, scheint heutzutage schwerer zu fallen als in den Zeiten, in denen unerwünschte Popularität als ‚geistlos‘, ‚eindimensional‘, ‚schematisch‘, ‚pöbelhaft‘, ‚niveaulos‘ diskreditiert werden konnte. Die Versuche, diejenigen ‚Vielen‘, die populistischen oder polarisierenden Akteuren und Agenden anhängen, als ‚dumm‘ oder ‚undemokratisch‘ zu stigmatisieren, zeigen die Herausforderung der problematischen Popularität an.
Der Band beleuchtet unterschiedliche Aspekte problematischer Popularität aus kultur-, medien- und sprachwissenschaftlicher Perspektive. Mit Beiträgen von Carolin Amlinger und Oliver Nachtwey, Nicola Gess, Stephan Habscheid, Maren Lehmann, André Kieserling, Philip Manow und Alexander Gattig, Bernhard Kleeberg, Nils C. Kumkar sowie Niels Werber.

Das Kapitel „Problematische Popularität. Zur Einleitung“ ist unter einer Creative Commons Attribution-NonCommercial-NoDerivatives 4.0 International License über link.springer.com frei verfügbar (Open Access).

Populär ist, was bei vielen Beachtung findet. Dass es viele sind, die eine Position vertreten, eine Partei favorisieren oder eine Meinung ins Spiel bringen, macht für die Anschlusskommunikation einen Unterschied. Auf die Substanz, die Qualität, den Sachgehalt der Argumente, Programme oder Personen kommt es bei der Legitimation durch Popularität weniger an als darauf, dass erfolgreich unterstellt werden kann, die Argumente, Programme oder Personen seien populär. Was viele beachten, habe dann Beachtung verdient, lautet eine Variante der Rechtfertigung dafür, dass auch hochproblematische, polarisierende, polemische und populistische Positionen verbreitet und zur Kenntnis genommen werden. 
So genügt es etwa in Diskussionen um den politischen Populismus nicht, dessen programmatische Elemente zu bestimmen. Vielmehr sind auch die Popularität der Programme und Personen zu berücksichtigen und – umgekehrt – die Effekte der Popularität auf die weitere Entfaltung bzw. Entwicklung dieser Programme und Personen. Problematisch erscheint die Popularität für die publizistische, akademische oder politische Beobachtung, weil es diskursiv schwerfällt, die Nicht-Beachtung von Positionen zu fordern, die empirisch bereits von vielen beachtet werden. Die Rechtfertigung, populäre Positionen nicht zu beachten, scheint heutzutage schwerer zu fallen als in den Zeiten, in denen unerwünschte Popularität als ‚geistlos‘, ‚eindimensional‘, ‚schematisch‘, ‚pöbelhaft‘, ‚niveaulos‘ diskreditiert werden konnte. Die Versuche, diejenigen ‚Vielen‘, die populistischen oder polarisierenden Akteuren und Agenden anhängen, als ‚dumm‘ oder ‚undemokratisch‘ zu stigmatisieren, zeigen die Herausforderung der problematischen Popularität an.
Der Band beleuchtet unterschiedliche Aspekte problematischer Popularität aus kultur-, medien- und sprachwissenschaftlicher Perspektive. Mit Beiträgen von Carolin Amlinger und Oliver Nachtwey, Nicola Gess, Stephan Habscheid, Maren Lehmann, André Kieserling, Philip Manow und Alexander Gattig, Bernhard Kleeberg, Nils C. Kumkar sowie Niels Werber.

Das Kapitel „Problematische Popularität. Zur Einleitung“ ist unter einer Creative Commons Attribution-NonCommercial-NoDerivatives 4.0 International License über link.springer.com frei verfügbar (Open Access).

Schreiben Sie Ihre eigene Bewertung
  • Nur registrierte Benutzer können Produkte bewerten
*
*
Schlecht
Sehr gut
*
*
*
*
VerlagSpringer
EinbandKartonierter Einband (Kt)
Erscheinungsjahr2026
Seitenangabe208 S.
AusgabekennzeichenDeutsch
AbbildungenVII, 201 S. 24 Abb., 22 Abb. in Farbe., schwarz-weiss Illustrationen, farbige Illustrationen
MasseH23.5 cm x B15.5 cm
CoverlagJ.B. Metzler (Imprint/Brand)
AutorWerber, Niels (Hrsg.)

Über den Autor Niels (Hrsg.) Werber

Niels Werber, Professor für Neuere deutsche Literaturwissenschaft an der Universität Siegen; Stefan Kaufmann, apl. Professor am Institut für Soziologie der Universität Freiburg; Lars Koch, Professor für Neuere deutsche Literatur und Kulturwissenschaft an der Technischen Universität Dresden

Weitere Titel von Niels (Hrsg.) Werber

Produktbewertungen
Nur registrierte Benutzer können Produkte bewerten