Pannenberg im Kontext I

Theologiegeschichtliche Perspektiven
Artikelnummer: 978-3-525-57372-3
Einband: Fester Einband
Verfügbarkeit: Versand innert 2-3 Arbeitstagen
CHF 127.00
decrease increase
Frühwerke bieten oft einen unmittelbaren Zugang zu den Grundimpulsen eines Denkens. So steht auch bei Wolfhart Pannenberg früh ein zentrales Motiv: die These, dass Subjekt und Objekt einander wechselseitig konstituieren. Mit ihr grenzt er sich sowohl vom Materialismus eines Karl Marx und Ludwig Feuerbach als auch vom Idealismus G.W.F. Hegel ab. Während jene die subjektive Dimension von Erkenntnis unterschätzen, vernachlässigt Hegel nach Pannenberg die Abhängigkeit des Bewusstseins von äußeren Gegenständen. Allen gemeinsam ist für ihn eine problematische Vorrangstellung des Allgemeinen gegenüber dem Individuellen, die vom konkreten Menschen abstrahiert. Diese kritische Positionsbestimmung bildet die Grundlage für Pannenbergs späteres Werk. Programmatisch wird sie in "Offenbarung als Geschichte" (1961), wo Geschichte zum zentralen Ort theologischer Erkenntnis wird. Seine Theologie entwickelt sich dabei im Dialog mit zeitgenössischen Umbrüchen. Die 1950er- und 60er-Jahre der Bundesrepublik sind geprägt von Wiederaufbau, gesellschaftlicher Stabilisierung und zugleich wachsender Dynamik von Modernisierung und Liberalisierung. Politische Entwicklungen - von Konrad Adenauer über Ludwig Erhard bis zu Willy Brandt - sowie soziale Veränderungen wie Urbanisierung und schwindende Kirchenbindung bilden den historischen Hintergrund. Pannenbergs akademische Laufbahn und seine Hauptwerke entstehen in engem Zusammenhang mit diesen Prozessen. Seine Theologie ist daher nicht nur systematisch, sondern auch geschichtsbewusst angelegt. Sie reflektiert die Wechselwirkung von Denken und Zeitgeschehen und versteht sich als diskursives Projekt zwischen Kritik und Konstruktion. Auch spätere Entwicklungen - etwa die Umbrüche um 1989/90 - bilden einen wichtigen Kontext. Am Ende steht die Einsicht, dass sowohl Geschichte als auch Identität narrativ erschlossen werden.
Frühwerke bieten oft einen unmittelbaren Zugang zu den Grundimpulsen eines Denkens. So steht auch bei Wolfhart Pannenberg früh ein zentrales Motiv: die These, dass Subjekt und Objekt einander wechselseitig konstituieren. Mit ihr grenzt er sich sowohl vom Materialismus eines Karl Marx und Ludwig Feuerbach als auch vom Idealismus G.W.F. Hegel ab. Während jene die subjektive Dimension von Erkenntnis unterschätzen, vernachlässigt Hegel nach Pannenberg die Abhängigkeit des Bewusstseins von äußeren Gegenständen. Allen gemeinsam ist für ihn eine problematische Vorrangstellung des Allgemeinen gegenüber dem Individuellen, die vom konkreten Menschen abstrahiert. Diese kritische Positionsbestimmung bildet die Grundlage für Pannenbergs späteres Werk. Programmatisch wird sie in "Offenbarung als Geschichte" (1961), wo Geschichte zum zentralen Ort theologischer Erkenntnis wird. Seine Theologie entwickelt sich dabei im Dialog mit zeitgenössischen Umbrüchen. Die 1950er- und 60er-Jahre der Bundesrepublik sind geprägt von Wiederaufbau, gesellschaftlicher Stabilisierung und zugleich wachsender Dynamik von Modernisierung und Liberalisierung. Politische Entwicklungen - von Konrad Adenauer über Ludwig Erhard bis zu Willy Brandt - sowie soziale Veränderungen wie Urbanisierung und schwindende Kirchenbindung bilden den historischen Hintergrund. Pannenbergs akademische Laufbahn und seine Hauptwerke entstehen in engem Zusammenhang mit diesen Prozessen. Seine Theologie ist daher nicht nur systematisch, sondern auch geschichtsbewusst angelegt. Sie reflektiert die Wechselwirkung von Denken und Zeitgeschehen und versteht sich als diskursives Projekt zwischen Kritik und Konstruktion. Auch spätere Entwicklungen - etwa die Umbrüche um 1989/90 - bilden einen wichtigen Kontext. Am Ende steht die Einsicht, dass sowohl Geschichte als auch Identität narrativ erschlossen werden.
Schreiben Sie Ihre eigene Bewertung
  • Nur registrierte Benutzer können Produkte bewerten
*
*
Schlecht
Sehr gut
*
*
*
*
VerlagVandenhoeck u. Ruprecht
EinbandFester Einband
Erscheinungsjahr2026
Seitenangabe394 S.
AusgabekennzeichenDeutsch
Abbildungengebunden; mit 1 s/w Abb.
MasseH23.5 cm x B16.0 cm x D2.8 cm 691 g
Auflage1. A.
ReihePannenberg-Studien
AutorWenz, Gunther (Beitr.) / SJ, Klaus Vechtel (Beitr.) / Henning, Rudolf-Christian (Beitr.) / Korsch, Dietrich (Beitr.) / Murrmann-Kahl, Michael (Beitr.) / Ringleben, Joachim (Beitr.) / Nüssel, Friederike (Beitr.) / Stübinger, Ewald (Beitr.) / Mogk, Rainer (Beitr.) / Vollhardt, Friedrich (Beitr.) / Rosin, Maximilian (Beitr.) / Schmidt SJ, Josef (Beitr.) / Kristensen, Johanne Stubbe T (Beitr.) / Oehl, Thomas (Beitr.) / Lesch, Harald (Beitr.) / Wenz, Gunther (Hrsg.) / Wenz, Gunther (Reihe Hrsg.)

Alle Bände der Reihe "Pannenberg-Studien"

Über den Autor Gunther (Beitr.) Wenz

Gunther Wenz ist em. Professor für Systematische Theologie an der Evangelisch-Theologischen Fakultät der LMU und Leiter der Wolfhart-Pannenberg Forschungsstelle an der Hochschule für Philosophie in München.Dr. Thomas Oehl ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Philosophie II der Ludwig-Maximilians-Universität München.Dr. Joachim Ringleben ist em. Professor für Systematische Theologie an der Theologischen Fakultät Göttingen, Mitglied der Göttinger Akademie der Wissenschaften und wirkte als Abt von Bursfelde (2000-2016).Dr. theol. habil. Wolfgang Greive war zuletzt Ökumenebeauftragter der Hannoverschen Landeskirche.Dr. Josef Schmidt SJ ist Professor für Philosophische Gotteslehre und Geschichte der Philosophie an der Hochschule für Philosophie München.Dr. Ekkehard Mühlenberg ist Professor für Kirchengeschichte in Göttingen.Dr. theol. Friederike Nüssel ist Professorin für Systematische Theologie an der Universität Heidelberg.Dr. Malte Krüger ist Professor für Systematische Theologie und Religionsphilosophie und Direktor des Rudolf-Bultmann-Instituts für Hermeneutik am Fachbereich Evangelische Theologie der Philipps-Universität Marburg.Dr. phil., Dr. theol. habil. Felix Körner ist Jesuit und unterrichtet katholische Dogmatik und Theologie der Religionen an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom.Friedemann vom Dahl ist Pfarrer in Hofheim.Gunther Wenz ist em. Professor für Systematische Theologie an der Evangelisch-Theologischen Fakultät der LMU und Leiter der Wolfhart-Pannenberg Forschungsstelle an der Hochschule für Philosophie in München.Gunther Wenz ist em. Professor für Systematische Theologie an der Evangelisch-Theologischen Fakultät der LMU und Leiter der Wolfhart-Pannenberg Forschungsstelle an der Hochschule für Philosophie in München.

Weitere Titel von Gunther (Beitr.) Wenz

Produktbewertungen
Nur registrierte Benutzer können Produkte bewerten