Orestie (Audio Download)

Artikelnummer: 978-3-95615-247-4
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Bei oberflächlicher Betrachtung erscheinen uns heute die Gestalten und Begebenheiten der "Orestie" allzuleicht als barbarische Greul einer längst vergangenen Frühzeit: Agamemnon läßt seine Tochter Iphigenie opfern, um günstigen Fahrtwind nach Troja zu bekommen. Klytemnestra ermordet ihren siegreich aus Troja zurückkehrenden Gemahl Agamemnon. Orest erschlägt, um den getöteten Vater zu rächen, seine Mutter Klytemnestra und deren Liebhaber Ägisth. Von den Rachegöttinnen gejagt, irrt Orest ruhelos durch Griechenland, bis er sich auf Geheiß des Gottes Apollon dem Gerichtshof von Athen stellt. Diesen Vorgang hat Aischylos in einer Trilogie gestaltet. Er hat damit aber nicht eine Vision des Nichts und der Grausamkeit beschwören wollen, sondern, und das ist das Entscheidende, die Nichtigkeit aller Menschengröße gezeigt und gleichzeitig die Größe des Menschen, der den Kampf mit seinem Schicksal annimmt. Es ist eine Macht oberhalb und außerhalb des Menschen. Dass er sich nicht mit der Verzweiflung begnügt, sondern handelt, macht seine tragische Größe aus. Aischylos wäre kein Grieche gewesen, wenn sein Blick nur die Nachtseite des Lebens umfasst hätte. Am Ende wird Orest von der Göttin Athene freigesprochen, weil das Gericht der Menschen vor der Gewalt seiner Schuld versagt. Orest darf in das Leben zurückkehren. Die Götter haben den Menschen mit einem Fluch belegt, die Götter befreien ihn von diesem Fluch. Walter Jens, der Schriftsteller und Tübinger Altphilologe, hat "Die Orestie" neu übersetzt. Sein Ziel ist es, die Tragödie in ihrer ganzen Unmittelbarkeit wirken zu lassen. Deshalb wird das auf drei Teile angelegte Werk auf eine einzige Sendung zusammengezogen. Das Hörspiel stellt zugleich den Versuch dar, die Hörer mit Werken der Antike bekannt zu machen, die, offen oder verborgen, bis in unsere Zeit fortwirken.
Bei oberflächlicher Betrachtung erscheinen uns heute die Gestalten und Begebenheiten der "Orestie" allzuleicht als barbarische Greul einer längst vergangenen Frühzeit: Agamemnon läßt seine Tochter Iphigenie opfern, um günstigen Fahrtwind nach Troja zu bekommen. Klytemnestra ermordet ihren siegreich aus Troja zurückkehrenden Gemahl Agamemnon. Orest erschlägt, um den getöteten Vater zu rächen, seine Mutter Klytemnestra und deren Liebhaber Ägisth. Von den Rachegöttinnen gejagt, irrt Orest ruhelos durch Griechenland, bis er sich auf Geheiß des Gottes Apollon dem Gerichtshof von Athen stellt. Diesen Vorgang hat Aischylos in einer Trilogie gestaltet. Er hat damit aber nicht eine Vision des Nichts und der Grausamkeit beschwören wollen, sondern, und das ist das Entscheidende, die Nichtigkeit aller Menschengröße gezeigt und gleichzeitig die Größe des Menschen, der den Kampf mit seinem Schicksal annimmt. Es ist eine Macht oberhalb und außerhalb des Menschen. Dass er sich nicht mit der Verzweiflung begnügt, sondern handelt, macht seine tragische Größe aus. Aischylos wäre kein Grieche gewesen, wenn sein Blick nur die Nachtseite des Lebens umfasst hätte. Am Ende wird Orest von der Göttin Athene freigesprochen, weil das Gericht der Menschen vor der Gewalt seiner Schuld versagt. Orest darf in das Leben zurückkehren. Die Götter haben den Menschen mit einem Fluch belegt, die Götter befreien ihn von diesem Fluch. Walter Jens, der Schriftsteller und Tübinger Altphilologe, hat "Die Orestie" neu übersetzt. Sein Ziel ist es, die Tragödie in ihrer ganzen Unmittelbarkeit wirken zu lassen. Deshalb wird das auf drei Teile angelegte Werk auf eine einzige Sendung zusammengezogen. Das Hörspiel stellt zugleich den Versuch dar, die Hörer mit Werken der Antike bekannt zu machen, die, offen oder verborgen, bis in unsere Zeit fortwirken.
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VerlagSWR Mediaservices GmbH
EinbandAudio Download
Erscheinungsjahr2014
AusgabekennzeichenDeutsch
Masse100'939 KB
PlattformMP3
ReiheKlassiker
AutorAischylos / Paetsch, Hans (Gelesen) / Rathke, Robert (Gelesen) / Collande, Gisela von (Gelesen) / Mentz, Arthur (Gelesen) / Verden, Alice (Gelesen) / Klevenow, Heinz (Gelesen) / Klingenberg, Heinz (Gelesen) / Gorvin, Joana Maria (Gelesen) / Goslar, Jürgen (Gelesen) / Sieg, Max Walter (Gelesen) / Betschart, Anneliese (Gelesen) / Höbarth, Elisabeth (Gelesen) / Unkel, Rolf (Komponist) / Westphal, Gert (Prod.)

Alle Bände der Reihe "Klassiker"

Über den Autor Aischylos

Aischylos (525/524 Eleusis, Attika - 456 v. Chr. in Gela, Sizilien) gehört mit Sophokles und Euripides zu den drei großen Tragikern der Antike. Die Dionysien - den antiken Dichterwettstreit - entschied er 13 Mal für sich. Von seinen ihm zugerechneten 90 Stücken sind nur sieben erhalten. Als Teil des Athener Heeres siegt Aischylos bei der Schlacht um Salamis im Jahr 480 v. Chr. über die Perser. In seinem Erstling »Die Perser« - dem ältesten bekannten Drama überhaupt - arbeitet er die persische Niederlage aus Sicht der Verlierer auf. Die Trilogie »Die Orestie« erzählt in ihren Episoden »Agamemnon«, »Choëphoren« und »Eumeniden« von einer Jahre andauernden, blutigen Fehde, die letztlich durch öffentliche Rechtsprechung und göttliche Hilfe zur Aussöhnung kommt. Der Luzerner Altphilologe Kurt Steinmann, geb. 1945, unterrichtete bis 2003 an einem Gymnasium. Seit den 1970er Jahren übersetzt er griechische und lateinische Werke ins Deutsche, darunter auch Stücke aller drei großen Dramatiker der griechischen Klassik, Aischylos, Sophokles und Euripides. Im deutschsprachigen Raum werden seine Übertragungen immer wieder auf die Bühne gebracht (u.a. Münchner Kammerspiele, Schaubühne Berlin).

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