Griechische Kultur und Römisches Reich (eBook)

Konkurrierende Selbstbilder der europäischen Moderne
Artikelnummer: 978-3-7965-3799-8
Einband: PDF
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Die Rückerinnerung an die Antike als vergessene Zeit und verlorenes Wissen ist seit Jacob Burckhardt das Kennzeichen der Renaissance in Europa. Für die Italiener, von Burckhardt als das Kernland der Renaissance ausgemacht, war der Bezug auf die römische Antike naheliegend. Erst mit dem Fall Konstantinopel wandten sie sich auch der griechischen Antike zu, die sie als intellektuelle Vorgeschichte der römischen Antike begriffen. Was für sie eher eine Kontinuität der politischen und kulturellen Entwicklung war, wurde für Deutsche und Franzosen seit dem 18. Jahrhundert, teilweise aber bereits davor, zu einer Alternative, angesichts derer man sich entscheiden musste: Orientierte man sich an Griechenland oder an Rom? Griechenland wurde mit Philosophie und Dichtkunst, kulturellem Glanz und politischer Zersplitterung identifiziert; Rom dagegen mit politischer Machtentfaltung, sowohl in republikanischer als auch in imperialer Form und der Schaffung eines politisch wie militärisch gesicherten Verbreitungsraums für Zivilisation und Kultur. Von Winckelmann bis Thomas Mann ist die Oppositionsstellung zwischen Deutschland und Frankreich nach dieser Vorgabe beschrieben worden. Sie wurde zur Selbstverständigungsvorgabe beider Länder, die darüber ihre Identität kommunizierten und das jeweilige Gegenüber stereotypisierten. Diese Entwicklung, die erst mit dem Beginn der europäischen Einigung im 20. Jahrhundert politisch entschärft worden ist, wird hier in ihren vielfältigen Verschlingungen nachgezeichnet und analysiert.

Die Rückerinnerung an die Antike als vergessene Zeit und verlorenes Wissen ist seit Jacob Burckhardt das Kennzeichen der Renaissance in Europa. Für die Italiener, von Burckhardt als das Kernland der Renaissance ausgemacht, war der Bezug auf die römische Antike naheliegend. Erst mit dem Fall Konstantinopel wandten sie sich auch der griechischen Antike zu, die sie als intellektuelle Vorgeschichte der römischen Antike begriffen. Was für sie eher eine Kontinuität der politischen und kulturellen Entwicklung war, wurde für Deutsche und Franzosen seit dem 18. Jahrhundert, teilweise aber bereits davor, zu einer Alternative, angesichts derer man sich entscheiden musste: Orientierte man sich an Griechenland oder an Rom? Griechenland wurde mit Philosophie und Dichtkunst, kulturellem Glanz und politischer Zersplitterung identifiziert; Rom dagegen mit politischer Machtentfaltung, sowohl in republikanischer als auch in imperialer Form und der Schaffung eines politisch wie militärisch gesicherten Verbreitungsraums für Zivilisation und Kultur. Von Winckelmann bis Thomas Mann ist die Oppositionsstellung zwischen Deutschland und Frankreich nach dieser Vorgabe beschrieben worden. Sie wurde zur Selbstverständigungsvorgabe beider Länder, die darüber ihre Identität kommunizierten und das jeweilige Gegenüber stereotypisierten. Diese Entwicklung, die erst mit dem Beginn der europäischen Einigung im 20. Jahrhundert politisch entschärft worden ist, wird hier in ihren vielfältigen Verschlingungen nachgezeichnet und analysiert.

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VerlagSchwabe Verlag (Basel)
EinbandPDF
Erscheinungsjahr2018
Seitenangabe43 S.
AusgabekennzeichenDeutsch
Masse227 KB
Auflage18001 A. 1. Auflage
PlattformPDF
ReiheJacob Burckhardt-Gespräche auf Castelen
AutorMünkler, Herfried

Alle Bände der Reihe "Jacob Burckhardt-Gespräche auf Castelen"

Über den Autor Herfried Münkler

Herfried Münkler, geboren 1951, ist emeritierter Professor für Politikwissenschaft an der Berliner Humboldt-Universität und eine unverzichtbare, prägende Stimme in den Debatten unserer Gegenwart. Viele seiner Bücher gelten als Standardwerke, etwa Imperien , Die Deutschen und ihre Mythen , Der Große Krieg oder Die neuen Deutschen (mit Marina Münkler), allesamt Bestseller. Zuletzt erschienen Welt in Aufruhr und Macht im Umbruch , die ebenfalls lange auf der Spiegel -Bestsellerliste standen. Herfried Münkler wurde vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Wissenschaftspreis der Aby-Warburg-Stiftung, dem Carl Friedrich von Siemens Fellowship, dem Preis der Leipziger Buchmesse und dem Bruno-Kreisky-Preis für das politische Buch.

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