Georg Nellius (1891-1952)

Völkisches und nationalsozialistisches Kulturschaffen, antisemitische Musikpolitik, Entnazifizierung - späte Straßennamendebatte
Artikelnummer: 978-3-7460-4284-8
Einband: Kartonierter Einband (Kt)
Verfügbarkeit: Folgt in ca. 5 Arbeitstagen
CHF 18.50
decrease increase

Während der Weimarer Republik war der Komponist Georg Nellius (1891-1952) Leitfigur für den rechten, antidemokratischen Flügel der Heimatbewegung im Sauerland. Nach 1933 vertonte er Hymnen auf den Führer und den deutschen Faschismus, welche er in Herne sogar von den Schulkindern singen ließ. Als Musikpolizist mit NSDAP-Parteibuch fahndete Nellius nach Noten und Versen aus den Werkstätten jüdischen Künstler, um ungehorsame Chorleiter maßregeln zu können. Nach 1945 wollte er dies alles aber vergessen und behauptete, er sei den Nationalsozialisten nur aufgrund von Zwang und Drohungen dienstbar gewesen. In einem dritten Anlauf konnte er im nunmehr in deutscher Eigenregie durchgeführten "Entnazifizierungsverfahren" gleich zwei Kategorien "nach unten" rutschen und galt fortan als "unbelastet". In der Straßennamendebatte 2013-2014 behauptete eine Bürgerinitiative in Sundern auf dieser Grundlage, Nellius habe mit Judenhass und dem NS-System nichts zu tun gehabt. Die hier neu aufgelegte und ergänzte Dokumentation setzt hingegen auf einen seriösen geschichtswissenschaftlichen Zugang. Sie zeigt, dass der antisemitische NS-Musikfunktionär aus dem Sauerland Adolf Hitler schon vor der Machtergreifung leidenschaftlich verehrt hat. Seine musikalischen Kriegskompositionen - bis hin zum bitteren Ende - zeugen von einem Kult des Todes.

Während der Weimarer Republik war der Komponist Georg Nellius (1891-1952) Leitfigur für den rechten, antidemokratischen Flügel der Heimatbewegung im Sauerland. Nach 1933 vertonte er Hymnen auf den Führer und den deutschen Faschismus, welche er in Herne sogar von den Schulkindern singen ließ. Als Musikpolizist mit NSDAP-Parteibuch fahndete Nellius nach Noten und Versen aus den Werkstätten jüdischen Künstler, um ungehorsame Chorleiter maßregeln zu können. Nach 1945 wollte er dies alles aber vergessen und behauptete, er sei den Nationalsozialisten nur aufgrund von Zwang und Drohungen dienstbar gewesen. In einem dritten Anlauf konnte er im nunmehr in deutscher Eigenregie durchgeführten "Entnazifizierungsverfahren" gleich zwei Kategorien "nach unten" rutschen und galt fortan als "unbelastet". In der Straßennamendebatte 2013-2014 behauptete eine Bürgerinitiative in Sundern auf dieser Grundlage, Nellius habe mit Judenhass und dem NS-System nichts zu tun gehabt. Die hier neu aufgelegte und ergänzte Dokumentation setzt hingegen auf einen seriösen geschichtswissenschaftlichen Zugang. Sie zeigt, dass der antisemitische NS-Musikfunktionär aus dem Sauerland Adolf Hitler schon vor der Machtergreifung leidenschaftlich verehrt hat. Seine musikalischen Kriegskompositionen - bis hin zum bitteren Ende - zeugen von einem Kult des Todes.

Schreiben Sie Ihre eigene Bewertung
  • Nur registrierte Benutzer können Produkte bewerten
*
*
Schlecht
Sehr gut
*
*
*
*
VerlagBoD - Books on Demand
EinbandKartonierter Einband (Kt)
Erscheinungsjahr2018
Seitenangabe284 S.
AusgabekennzeichenDeutsch
MasseH21.0 cm x B14.8 cm x D2.0 cm 415 g
Auflage18001 A. 1. Auflage
Reiheedition leutekirche sauerland
AutorNeuhaus, Werner (Hrsg.) / Gosmann, Michael (Hrsg.) / Bürger, Peter (Hrsg.)

Alle Bände der Reihe "edition leutekirche sauerland"

Über den Autor Werner (Hrsg.) Neuhaus

Werner Neuhaus: Werner Neuhaus, geb. 1947, Studium der Anglistik und Geschichte in Münster und Sheffield, von 1976 bis 2009 Lehrer am Städtischen Gymnasium Sundern. In Veröffentlichungen zur Sozial- und Kulturgeschichte des Sauerlandes im 19. und 20. Jahrhundert untersucht er u.a. die Revolution von 1848, die nationalistische Aufladung des katholischen Milieus nach 1900, die sogenannte Heimatfront und das Los der Kriegsgefangenen im Sauerland während des 1. Weltkrieges sowie regionale Erscheinungen der völkischen Bewegung zur Zeit der Weimarer Republik. Marco A. Sorace: Marco A. Sorace, Dr. theol., geb. 1970, war von 2011 bis 2020 Dozent an der Bischöflichen Akademie des Bistums Aachen. In dieser Funktion hat er die Aufklärung über den Nachlass August Piepers, nach dem die Einrichtung von 1953-2018 benannt war, tatkräftig unterstützt.

Weitere Titel von Werner (Hrsg.) Neuhaus

Produktbewertungen
Nur registrierte Benutzer können Produkte bewerten