Die Predigt im Mittelalter zwischen Mündlichkeit, Bildlichkeit und Schriftlichkeit La prédication au Moyen Age entre oralité, visualité et écriture

Artikelnummer: 978-3-0340-1013-9
Einband: Kartonierter Einband (Kt)
Verfügbarkeit: Lieferbar in ca. 5-10 Arbeitstagen
CHF 59.00
decrease increase

Überlieferte mittelalterliche Predigttexte sind in den seltensten Fällen unverstellte Zeugnisse tatsächlich gehaltener Predigten. In der Regel sind sie Muster- oder Lesepredigten für den Prediger, bestimmt zum Vorlesen im Konvent bei Tisch oder zur erbaulichen Lektüre und Meditation in der Klosterzelle. Sie inszenieren jedoch im schriftlichen Text die spezifische Mündlichkeit des «preaching events», wobei im Falle des Vorlesens eine Reoralisierung eintritt. So ist der Lesepredigt eine gewisse Performanz eingeschrieben, die sich aber je nach Art des Lese- oder Vorleseaktes anders aktualisiert. Typisch ist auch ihr Drang zur Veranschaulichung, ihr massiver Einsatz von rhetorischen Bildern, Allegorien und Exempla, kurz: ihre Bildlichkeit.
Der vorliegende Band fragt von daher, wie in den Handschriften und frühen Drucken mit realen oder suggerierten Bildern Wahrnehmung und Erkenntnis gesteuert wird. Es ist zu zeigen, wie Inszenierungen von Mündlichkeit und Schriftlichkeit hinter Sprachbildern stehende Visualisierungsstrategien nutzen. Bei der Imagination, beim Gegenwärtig-werden-Lassen, geht es um performative Vorgänge, die sich zwischen Text und Rezipient abspielen, die dem Text als Spuren eingezeichnet sind und die es aufzudecken gilt.


Überlieferte mittelalterliche Predigttexte sind in den seltensten Fällen unverstellte Zeugnisse tatsächlich gehaltener Predigten. In der Regel sind sie Muster- oder Lesepredigten für den Prediger, bestimmt zum Vorlesen im Konvent bei Tisch oder zur erbaulichen Lektüre und Meditation in der Klosterzelle. Sie inszenieren jedoch im schriftlichen Text die spezifische Mündlichkeit des «preaching events», wobei im Falle des Vorlesens eine Reoralisierung eintritt. So ist der Lesepredigt eine gewisse Performanz eingeschrieben, die sich aber je nach Art des Lese- oder Vorleseaktes anders aktualisiert. Typisch ist auch ihr Drang zur Veranschaulichung, ihr massiver Einsatz von rhetorischen Bildern, Allegorien und Exempla, kurz: ihre Bildlichkeit.
Der vorliegende Band fragt von daher, wie in den Handschriften und frühen Drucken mit realen oder suggerierten Bildern Wahrnehmung und Erkenntnis gesteuert wird. Es ist zu zeigen, wie Inszenierungen von Mündlichkeit und Schriftlichkeit hinter Sprachbildern stehende Visualisierungsstrategien nutzen. Bei der Imagination, beim Gegenwärtig-werden-Lassen, geht es um performative Vorgänge, die sich zwischen Text und Rezipient abspielen, die dem Text als Spuren eingezeichnet sind und die es aufzudecken gilt.


Schreiben Sie Ihre eigene Bewertung
  • Nur registrierte Benutzer können Produkte bewerten
*
*
Schlecht
Sehr gut
*
*
*
*
VerlagChronos
EinbandKartonierter Einband (Kt)
Erscheinungsjahr2010
Seitenangabe434 S.
AusgabekennzeichenFranzösisch / Deutsch
AbbildungenPB
MasseH22.5 cm x B15.5 cm x D4.0 cm 695 g
ReiheMedienwandel - Medienwechsel - Medienwissen
AutorWetzel, René (Hrsg.) / Flückiger, Fabrice (Hrsg.)

Alle Bände der Reihe "Medienwandel - Medienwechsel - Medienwissen"

Über den Autor René (Hrsg.) Wetzel

René Wetzel ist Ordinarius für germanistische Mediävistik an der Universität Genf. Seine Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der geistlichen Literatur (Mystik), der Medialität und der historischen Semantik. 2019-2024 leitete er das SNF-Projekt 'Spiegel und Licht. Erkenntnis und Erleuchtung. Zur Praxis analogischer Bedeutungsbildung in volksprachigen Texten des 12. bis 16. Jahrhunderts'. René Wetzel est professeur ordinaire de littérature médiévale allemande à l'Université de Genève. Ses recherches portent sur la littérature spirituelle (la mystique), la médialité et la sémantique historique. De 2019 à 2024, il a dirigé le projet FNS 'Spiegel und Licht. Erkenntnis und Erleuchtung. Zur Praxis analogischer Bedeutungsbildung in volksprachigen Texten des 12. bis 16. Jahrhunderts'. Robert Gisselbaek ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für germanistische Mediävistik an der Universität Genf und arbeitet aktuell zu Lichtbegriffen in höfischer Dichtung. Robert Gisselbaek est collaborateur scientifique et post-doc à la chaire de littérature médiévale de l'Université de Genève. Il travaille actuellement sur les notions de lumière dans la littérature courtoise. Katharina P. Gedigk ist Oberassistentin am Lehrstuhl für germanistische Mediävistik an der Universität Genf. Sie beschäftigt sich zurzeit mit Text-Bild-Verhältnissen in frühneuzeitlichen Prosaromanen. Katharina P. Gedigk est maître-assistante à la chaire de littérature allemande de l'Université de Genève. Elle travaille actuellement sur les relations entre texte et image dans les romans en prose du début de l'époque moderne.

Weitere Titel von René (Hrsg.) Wetzel

Produktbewertungen
Nur registrierte Benutzer können Produkte bewerten