Die Hüter der Begriffe (eBook)

Politische Sprachen des Konservativen in Großbritannien und der Bundesrepublik Deutschland, 1945-1980
Artikelnummer: 978-3-11-046174-9
Einband: Adobe Digital Editions
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Was meint konservativ? Diese Frage trieb Intellektuelle, Politiker und Parteien nach 1945 in Großbritannien wie der Bundesrepublik Deutschland um. Während der Begriff in Großbritannien ein akzeptierter Bestandteil des politischen Vokabulars war, gehörte er in der Bundesrepublik zu den schwierigen Begriffen der jungen Demokratie, beladen mit antidemokratischem Ballast. Von den Debatten um das Konservative besonders betroffen waren jene Parteien, die sich (auch) als konservativ etikettierten: die Conservative Party und die CDU/CSU. Als in den 1960er und 1970er Jahren die Konservativen ihre sprachliche Deutungshoheit an die Linke verloren glaubten, wurden die politischen Sprachen des Konservativen neu formuliert. In Großbritannien konzentrierte sich die Debatte auf die Conservative Party und führte zu erbitterten Flügelkämpfen, aus denen die Thatcherites als Gewinner hervorgingen. In der Bundesrepublik dagegen kristallisierten sich in einem verzweigten intellektuellen Diskurs eine liberale und eine neurechte Variante des Begriffs heraus. Für die Unionsparteien wurde dies zu einer fulminanten Herausforderung. Zugleich wurde der Bedeutungskampf um das Konservative auf europäischer Ebene ausgetragen. Diese nationalen wie transnationalen Auseinandersetzungen um die Begriffe hatten weitreichende politische Folgen - bis heute.


Was meint konservativ? Diese Frage trieb Intellektuelle, Politiker und Parteien nach 1945 in Großbritannien wie der Bundesrepublik Deutschland um. Während der Begriff in Großbritannien ein akzeptierter Bestandteil des politischen Vokabulars war, gehörte er in der Bundesrepublik zu den schwierigen Begriffen der jungen Demokratie, beladen mit antidemokratischem Ballast. Von den Debatten um das Konservative besonders betroffen waren jene Parteien, die sich (auch) als konservativ etikettierten: die Conservative Party und die CDU/CSU. Als in den 1960er und 1970er Jahren die Konservativen ihre sprachliche Deutungshoheit an die Linke verloren glaubten, wurden die politischen Sprachen des Konservativen neu formuliert. In Großbritannien konzentrierte sich die Debatte auf die Conservative Party und führte zu erbitterten Flügelkämpfen, aus denen die Thatcherites als Gewinner hervorgingen. In der Bundesrepublik dagegen kristallisierten sich in einem verzweigten intellektuellen Diskurs eine liberale und eine neurechte Variante des Begriffs heraus. Für die Unionsparteien wurde dies zu einer fulminanten Herausforderung. Zugleich wurde der Bedeutungskampf um das Konservative auf europäischer Ebene ausgetragen. Diese nationalen wie transnationalen Auseinandersetzungen um die Begriffe hatten weitreichende politische Folgen - bis heute.


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VerlagDe Gruyter
EinbandAdobe Digital Editions
Erscheinungsjahr2017
Seitenangabe533 S.
AusgabekennzeichenDeutsch
Auflage17001 A. 1. Auflage
PlattformEPUB
ReiheVeröffentlichungen des Deutschen Historischen Instituts London/ Publications of the German Historical Institute London
AutorSteber, Martina / German Historical Institute London (Hrsg.)

Alle Bände der Reihe "Veröffentlichungen des Deutschen Historischen Instituts London/ Publications of the German Historical Institute London"

Über den Autor Martina Steber

Martina Steber is Second Deputy Director of the Leibniz Institute for Contemporary History, Munich, and Professor of Modern History at the University of Augsburg. Beforehand she held positions at the German Historical Institute London, the University of Konstanz and the University of Wuppertal. Her publications include: Ethnische Gewissheiten. Die Ordnung des Regionalen im bayerischen Schwaben vom Kaiserreich bis zum NS-Regime (2010); Visions of Community in Nazi Germany. Social Engineering and Private Lives (ed. with B. Gotto, 2014); and Germany and 'the West': The History of a Modern Concept (ed. with R. Bavaj, 2015).

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