Der Kaiser als Sieger

Metamorphosen triumphaler Herrschaft unter Constantin I
Artikelnummer: 978-3-05-005903-7
Einband: Fester Einband
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Bei keinem anderen römischen Herrscher war die monarchische Repräsentation so tiefgreifenden Wandlungen unterworfen wie bei Constantin I., dem ersten christlichen Kaiser (306–337 n.Chr.). In besonderer Weise gilt dies für die Rolle des Kaisers als erfolgreicher Krieger und glänzender Sieger, denn gerade im Bereich der militärischen Herrschaftsrepräsentation treten die Reibungsflächen zwischen den traditionellen und innovativen Tendenzen im Übergang vom Prinzipat zur Spätantike prägnant hervor. Zwei Quellengattungen, die unter historischer Perspektive bislang nur peripher und punktuell Berücksichtigung fanden, eignen sich in besonderem Maße dazu, die entsprechenden Diskurs-und Handlungsfelder zu untersuchen: die zeitgenössische Herrscherpanegyrik und die kaiserliche Münz-und Medaillonprägung. Beide Genera gewähren detailreiche Einblicke in typische, zeremoniell gerahmte Interaktions-und Kommunikationssituationen (festliche Stadteinzüge undEmpfänge, Geschenkübergaben, Sold-und Donativzahlungen etc.),in denen sich der Souverän und seine Subjekte begegnen konnten und in denen sich die Gestalt der römischen Monarchie stets aufs Neue zu konstituieren und zu legitimieren hatte. Die Quellen bewahren nicht nur wertvolle Hinweise auf die militärische Repräsentation des Kaisers; in ihrer Funktion als Kommunikationsmedien waren sie selbst ein integraler Bestandteil derjenigen Vorgänge, in denen sich die triumphale Herrschaft Constantins diskursiv und herrschaftspraktisch formieren konnte. So lassen sich hier besonders deutlich die permanenten Auseinandersetzungen des Kaisers mit den wechselnden Ansprüchen an die Ausgestaltung seiner Rollenmodelle greifen, durch die die politische Ordnung des römischen Imperiums zu andauernden Anpassungsleistungen–sprich zu historischem Wandel–gezwungen war.
Bei keinem anderen römischen Herrscher war die monarchische Repräsentation so tiefgreifenden Wandlungen unterworfen wie bei Constantin I., dem ersten christlichen Kaiser (306–337 n.Chr.). In besonderer Weise gilt dies für die Rolle des Kaisers als erfolgreicher Krieger und glänzender Sieger, denn gerade im Bereich der militärischen Herrschaftsrepräsentation treten die Reibungsflächen zwischen den traditionellen und innovativen Tendenzen im Übergang vom Prinzipat zur Spätantike prägnant hervor. Zwei Quellengattungen, die unter historischer Perspektive bislang nur peripher und punktuell Berücksichtigung fanden, eignen sich in besonderem Maße dazu, die entsprechenden Diskurs-und Handlungsfelder zu untersuchen: die zeitgenössische Herrscherpanegyrik und die kaiserliche Münz-und Medaillonprägung. Beide Genera gewähren detailreiche Einblicke in typische, zeremoniell gerahmte Interaktions-und Kommunikationssituationen (festliche Stadteinzüge undEmpfänge, Geschenkübergaben, Sold-und Donativzahlungen etc.),in denen sich der Souverän und seine Subjekte begegnen konnten und in denen sich die Gestalt der römischen Monarchie stets aufs Neue zu konstituieren und zu legitimieren hatte. Die Quellen bewahren nicht nur wertvolle Hinweise auf die militärische Repräsentation des Kaisers; in ihrer Funktion als Kommunikationsmedien waren sie selbst ein integraler Bestandteil derjenigen Vorgänge, in denen sich die triumphale Herrschaft Constantins diskursiv und herrschaftspraktisch formieren konnte. So lassen sich hier besonders deutlich die permanenten Auseinandersetzungen des Kaisers mit den wechselnden Ansprüchen an die Ausgestaltung seiner Rollenmodelle greifen, durch die die politische Ordnung des römischen Imperiums zu andauernden Anpassungsleistungen–sprich zu historischem Wandel–gezwungen war.
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VerlagDe Gruyter
EinbandFester Einband
Erscheinungsjahr2012
Seitenangabe648 S.
AusgabekennzeichenDeutsch
MasseH24.6 cm x B17.5 cm x D4.1 cm 1'261 g
Auflage12001 A. 1. Auflage
ReiheISSN
AutorWienand, Johannes

Alle Bände der Reihe "ISSN"

Über den Autor Johannes Wienand

Johannes Wienand ist seit 2018 Professor für Alte Geschichte in Braunschweig. Er studierte von 2000 bis 2006 Geschichte und Philosophie in Tübingen, Wien, Konstanz und Pittsburgh und arbeitete anschließend als wissenschaftlicher Angestellter an der Universität Heidelberg (2009 bis 2011) sowie als Akademischer Rat an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (2011 bis 2018). 2010 wurde er mit einer Arbeit über die militärische Repräsentation des römischen Kaisers promoviert und habilitierte sich 2018 mit einer Studie über die Gefallenenbestattung im klassischen Athen. Forschungsaufenthalte führten ihn unter anderem nach Cambridge, Berlin und Frankfurt sowie als Junior Fellow an das Historische Kolleg in München. Er ist Gründer und Sprecher des deutschlandweiten Forschungs- und Digitalisierungsverbunds NUMiD ("Netzwerk universitärer Münzsammlungen in Deutschland") und des DFG-Netzwerks "Interner Krieg: Gesellschaft, soziale Ordnung und politischer Konflikt im Altertum".

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